Meine Mutter fragte (Ich hätte beinahe “frug” geschrieben) mich, da sie wohl mitbekommen hat, wie oft ich negativ über meine Schule und das Schulleben im Allgemeinen hier geredet habe, ob ich denn nicht Lust hätte, auf die Schule meines derzeitigen Gastbruders zu gehen.
(Sie selber hat es allen drei Kindern erspart, nach der Grundschulzeit in “Ceferino Namuncura” zu bleiben)
Zuerst war das alles nur eine Option, es stand in den Sternen geschrieben, ob das überhaupt möglich ist und natürlich auch, ob ich das überhaupt will.
Doch vor 2 Tagen erzählte mir dann meine Mutter, dass in der Schule ein Platz frei sei und auch Rotary keine Einwände hätte. (Eigentlich will Rotary, soweit ich weiß, dass alle Austauschschüler in Cinco Saltos zur Schule gehen…)
Ich hätte bis zum Mittag nächsten Tages Zeit. (Gut, sie hat es mir gegen 12 Uhr abends erzählt, so viel Zeit war es also gar nicht mehr.
)
Es erschien mir irgendwie schon als eine ziemlich entscheidende Frage.
Welche Antwort ich auch gebe, es lässt sich nicht mehr rückgängig machen, es wird die nächsten 5 Monate meines Lebens extenziell beeinflussen.
Also gilt es wohl, das Pro & Contra abzuwägen, beide Entscheidungen haben Vor- und Nachteile und Folgen, die ich noch nicht in Vor- oder Nachteil differenzieren kann.
Bleibe ich auf “Ceferino Namuncura”, würde das für mich heißen, dass alles quasi normal weitergeht.
Würde ich jetzt aber wechseln, dann würde sich vieles ändern:
- Ich müsste jeden Morgen nach Neuquen, um in die Schule zu gehen.
- Ich bräuchte eine neue Schuluniform.
- Ich würde von morgens 8 bis abends 6 Uhr mehr oder weniger Schule haben.
- Ich wäre auf einer Schule mit technischer Spezialisierung (womit ich in Deutschland auch noch nicht konfrontiert war.)
Wenn ich ehrlich bin, klingt diese Auflistung vermutlich nicht gerade positiv.
Ich will mich aber auf keinen Fall 5 Monate in einer Schule langweilen, in der ich nichts lerne. (Außer vielleicht Spanisch.)
Darüber hinaus finde ich diesen ganzen “technischen Kram” schon interessant, entkomme darüber hinaus diesen dämlichen “Steuern & Co”-Fächern, die ich mir in der auf Wirtschaft spezialisierten Schule in Cinco Saltos hätte antun müssen.
Und auch wenn ich dann die Leute aus meiner Klasse nicht mehr um mich habe, so bin ich doch zuversichtlich, dass ich in der neuen Klasse auch gut klarkommen werde.
(Auch wenn ich vermutlich den Umstand vermissen werde, eine deutsche Austauschschülerin in der Klasse zu haben. Aber gut, dann muss ich bei anderen Gelgenheiten mal wieder dazu kommen, eine Konversation auf Deutsch zu führen.)
Beinahe den ganzen Tag in der Schule zu verbringen, klingt natürlich nach einer Umstellung, ich habe auch absolut gar keinen Plan davon, was da alles auf mich zukommen wird, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es der SchülerAUSTAUSCH ja auch bestimmte Wechsel mit sich bringen soll, denke ich schon, dass es eine gute Idee ist, etwas Neues auszuprobieren.











27. Februar 2010 um 23:29
Schwere Entscheidung lieber Tarik!
Dennoch würde ich nicht wollen, annähernd den ganzen Tag in der Schule verbringen zu müssen (inkl. An- und Abreise, versteht sich).
Von morgen 8 Uhr bis abends um 6 Uhr, wäre mir demnach definitiv zu lange
28. Februar 2010 um 15:53
Wie hast Du Dich entschieden? Wenn Du mich fragen würdest: Klingt doch spannend!
Peter
28. Februar 2010 um 17:40
Uppss…
Ich dachte, ich hätte im Text geschrieben, wie ich mich entschieden habe.
Aber Peter hat Recht, ich habe es wohl eher nur angedeutet.
Der letzte Satz zum Beispiel sollte aber heißen, dass ich mich für den Schulwechsel entschieden habe.
@Erdbeere: Naja, klingt erstmal schrecklich, vor Anfang meines Schüleraustausches hätte ich mich auch garantiert dagegen entschieden, aber hier habe ich ja zum Beispiel absolut keinen Leistungsdruck.
Es erwartet keiner gute Noten, ich brauche keine guten Noten und natürlich sitzt man nicht die ganzen Stunden in irgendeinem Klassenraum.
Sowas wie eine längere Pause wird es mittags schon geben.
)
Außerdem sind die Argentinier unter der Woche eh total faul, so viel gibt es da also eh nicht zu machen.
(Mein voriger Gastbruder zum Beispiel hatte von 1 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends Schule, den Vormittag hat er quasi verschlafen…
@Peter: Wie oben geschrieben, habe ich mich längst dafür entschieden, noch bevor ich den Blog-Eintrag geschrieben habe. Vielleicht hätte ich es deutlicher formulieren sollen.
Im Grunde war das auch der Hauptgrund: Klingt doch spannend
)
(So muss man das aber denke ich auch sehen, immerhin ist das ein Schüleraustausch, da muss man mal was ausprobieren und bevor ich mich dann 5 Monate langeweile und mich frage, ob ich auf der anderen Schule nicht eindeutig mehr Spaß gehabt hätte, wage ich lieber einmal etwas.