
Nachdem ich hier schon seit über einem Monat zur Schule gehe, dachte ich, sollte ich vielleicht auch endlich einmal darüber schreiben, wie Schule eigentlich hier auf der anderen Seite der Erde ist.
Der Tagesablauf
Zuerst vielleicht einmal der Ablauf, begonnen vom Aufstehen:
Morgens um viertel vor sieben klingelt mein Handy (fungierend als Wecker) das erste Mal.
Ich drücke auf “Schlumm.”, woraufhin das Gerät wieder still ist und ich für weitere neun Minuten meine Ruhe habe, in denen ich meistens auch wieder einschlafe, da ich meistens einfach morgens viel zu müde bin. ![]()
Sind die neun wunderschönen, ruhigen Minuten vorbei, meldet sich mein Handy wieder, diesmal drücke ich aber auf “Aus”, um die Weckerfunktion komplett zu deaktivieren.
Leider heißt das auch, dass ich nun aufstehen muss.
Ich raffe mich also auf, dusche und frühstücke.
Um 7:45 Uhr, also eine Stunde nach dem “ersten Hahnenschrei”, holt mich dann Sylvina, meine künftige Gastmutter zu Hause ab, um ihre Tochter, eine Freundin ihrer Tochter und mich zur Schule zu fahren.
(Die Schule ist zwar nur ca. 15 Minuten von meinem Haus entfernt, aber wenn man so ein Angebot bekommt, dann kann man das ja wohl schlecht ablehnen
)
Um kurz vor acht komme ich dann also in der Schule an.
Zuerst geht es in den Klassenraum.
(Wie in der Grundschule, Unterstufe und Mittelstufe in Deutschland hat jede Klasse ihren eigenen Klassenraum, während die Lehrer von Raum zu Raum wechseln.)
Doch ein paar Minuten später treffen sich alle Schüler im Flur der Schule.
Hier wird zuerst die argentnische Flagge gehisst.
Danach hält der Direktor eine kurze Ansprache, ich glaube, dass sie nicht jeden Morgen die Gleiche ist, ich verstehe aber zu wenig, um mir da sicher zu sein.
Nach der Ansprache folgt ein Gebet, das aber jedes Mal das Gleiche ist.
(Den Inhalt des Gebetes weiß ich nicht, ich verstehe immer nur am Ende irgendetwas mit “Champagner” und frage mich jeden Morgen aufs Neue, ob ich da nicht irgendetwas falsch verstanden habe…)
Danach beginnt der Unterricht, der bis 20 nach zwölf oder bis ein Uhr andauert.
(Unterbrochen von zwei 10-minütigen Pausen)
Darüber hinaus habe ich theoretisch 3x pro Woche Nachmittagsunterricht, einmal kann ich allerdings nicht gehen, weil ich zu der Zeit Spanisch-Unterricht in Cipolletti habe, aber auch die anderen beiden Tage fallen oft genug aus, da der Lehrer nicht da ist.
Dass ich zweimal die Woche Handball habe, habe ich ja hier bereits erwähnt…
Der Unterricht
Manchmal finde ich den Unterricht etwas langweilig, nicht nur, weil ich meistens etwas müde bin, sondern auch, weil ich abgesehen von Englisch und Mathematik kein Wort vom Unterricht verstehe.
(In Mathematik sind sie vom Lernstoff ungefähr so weit wie in Deutschland in Klasse 7 – 8, die Englischkenntnisse sind jedoch eher 6. Klasse, weshalb die, die es für sinnvoll halten, Englisch zu lernen, dafür extra ein privates Institut aufsuchen.)
Aber nicht nur ich langweile mich manchmal:
Der Unterricht ist typischer Frontal-Unterricht.
Der Lehrer spricht, die Schüler hören zu oder versuchen sich anderweitig zu beschäftigen.
Sollte doch tatsächlich einmal einer der Schüler etwas sagen wollen, so meldet man sich oder kommt gar auf die Idee, dass man den Lehrer aussprechen lässt, man ruft einfach in die Klasse.
Die Motivation und das Interesse am Unterricht und Schule allgemein ist hier nicht allzu hoch.
Ok, ich bin auch nicht auf einer komplett privaten Schule, aber die Schule ist ein Mischmasch aus öffentlich und privat, laut vieler Leute die beste Schule in Cinco Saltos.
Die Fächer
Während in Deutschland jede Schule (vielleicht mal abgesehen von den Sprachen) die selben Fächer unterrichtet, gibt es hier sehr viele spezialisierte Schulen.
Meine Schule ist zum Beispiel auf alles im Zusammenhang mit Wirtschaft spezialisiert.
Wenn man das hört, denkt man natürlich erst einmal an all die reichen Anzugträger.
Der Unterricht ist aber genauso wie überall sonst auch:
Man hat Fächer wie Religion, Physik, Literatur, Geschichte (immer ein “tolles” Gefühl, wenn Deutschland thematisiert wird, da es zu 80% um den zweiten Weltkrieg geht, die anderen 20% handeln wohl von der Teilung Deutschlands oder dem ersten Weltkrieg…)
Die wirtschaftlichen Fächer handeln dann viel von Steuern, Bankwesen und ähnlichem, was mir alles sehr spanisch vorkommt…
Die Klasse
Die Leute aus meiner Klasse sind alle total nett und auch wenn keiner wirklich gut Englisch kann, so versuchen doch alle mit mir in Englisch zu reden, wenn ich etwas nicht verstehe.
Im Gegenzug versuche ich ein bisschen Spanisch zu reden, was oft aber leider darauf hinausläuft, dass ich es noch einmal in Englisch sagen muss, da das, was ich von mir gebe, wohl nicht gerade richtig ist
Aber alle haben total viel Verständnis, wenn man etwas nicht versteht, wenn man in irgendeiner Hinsicht anders denkt oder ähnliches.
In meiner Klasse ist außerdem noch eine Austauschschülerin aus Deutschland, mit der ich aber nicht so viel zu tun habe, was manchmal vielleicht auch gut ist, immerhin soll ich hier ja auch nicht die ganze Zeit Deutsch reden.
In meinen Augen ist die Schule für mich also ein netter Ort, um ein paar Leute kennenzulernen, ein bisschen Spaß zu machen (es ist hier scheinbar sehr gängig, sich gegenseitig mit Kreide zu bewerfen
) und einfach nur einen (etwas) geregelten Alltag zu haben.
Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich, sobald ich spanisch ohne Probleme verstehe, wirklich so viel lernen werde…
Ein ganz besonderes Kunstwerk
Dieses Kunstwerk muss ich aber noch einstellen, ich weiß nicht, wann es entstanden ist, aber ich finde es einfach eine geniale Idee, auch wenn, so glaube ich, viel Arbeit dahintersteckt, die ganzen Flaschen dafür zu leeren ![]()
(Wenn man bedenkt, dass das 1-Liter-Flaschen sind…)

Hinweis: Zur Schuluniform werde ich einen eigenen Beitrag erstellen, sobald ich ein Foto von mir in dieser Uniform habe…
(Ich kann mich einfach nicht dazu begeistern, ich mag Schuluniformen nicht wirklich…)










